Urlaub auf Usedom Teil I

Der Februar startete für mich gleich mit einer Woche Urlaub. Davon verbrachte ich 5 Tage auf unserer Schwesterinsel Usedom.

Am Montag ging es ganz entspannt los. Nach dem das Auto gepackt war, machte ich mich auf den Weg. Den ersten Stopp legte ich in Wolgast ein. Hier bin ich schon ein paar Mal durchgefahren und wollte jetzt auch mal einen Blick in die Stadt werfen.

Ich parkte kurz vor der Brücke nach Usedom und hoffte noch, dass sie aufklappen würde. Die Zeiten für die Brückenöffnung stehen fest, aber offenbar bestand kein Bedarf, so dass mir dieses Schauspiel verwehrt blieb. Dafür drehte ich dann eine Runde durch den Hafen und die Innenstadt. Dabei konnte ich ein paar Caches einsammeln und einen kleinen Eindruck von der Stadt gewinnen. Die St.-Petri-Kirche war sehr beeindruckend von außen. Im Winter ist sie leider nicht jeden Tag auf und ich wollte nicht nach dem Schlüssel fragen. Ich komme einfach noch mal wieder. Ansonsten sind mir leider vor allem die vielen leeren Ladenflächen in der Stadt aufgefallen.

Wolgast wurde 1128 erstmals als Zollstelle erwähnt. An der Stelle der St.-Petri-Kirche stand damals ein Tempel für den slawischen Gott Jarovit. Auf der vorgelagerten Schlossinsel stand bis zu einem Brand im Jahr 1713 ein Renaissance-Schloss.
Die St.-Petri-Kirche wurde 1350 errichtet und danach durch Krieg und Unwetter immer wieder zerstört und neu aufgebaut. Dadurch hat sie gotische und barocke Elemente.

Kurz nach 15.00 Uhr kam ich dann an meinem Ziel in Heringsdorf an. Hier bezog ich mein Apartment in der Villa Aurora und drehte eine Erkundungsrunde durch Heringsdorf. Natürlich standen die Seebrücke und der Strand ganz oben auf der Liste. Ich steckte sogar die Füße in die 5 °C kühle Ostsee. Dafür erntete ich viele irritierte und anerkennend Blicke und kurze Gespräche. 😉

Abends machten wir dann noch eine kleinen Spaziergang und ließen uns die vielen leckeren Tapas im El Toro schmecken.

Bei einem Besuch des kleinen Fischerdorfes mit Heringspackerei soll der Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm IV. den Namen Heringsdorf für den Ort genannt haben. Ab 1818 entstanden hier Villen, vor allem für Adlige und reiche Berliner. 1825 begann der Badebetrieb, der 1866 mit dem Besuch des Kronprinzenpaares Victoria und Friedrich seinen Höhepunkt hatte. Die damals 400 m lange Seebrücke entstand um 1891. Sie wurde 1903 auf fast 500 m verlängert. 2005 wurde dann aus den Orten Heringsdorf, Bansin und Ahlbeck die Dreikäserbäder.

Am Dienstag war ich früh auf und stand schon gegen 8.00 Uhr an der Strandpromenade. Auf der lief ich dann bis Swinemünde (Świnoujście). Anfangs waren kaum Menschen unterwegs und ich konnte ungestört den einen oder anderen Cache heben, später begegneten mir etwas mehr Spaziergänger und Jogger.

Nach einem einfachen Übertritt über die offene Grenze lief ich noch bis nach Swinemünde rein. Mir wurde eine Schokolaterie empfohlen. Die hatte leider Winterpause oder ist ganz zu, aber das Haus war witzig bemalt.
Ich hatte ursprünglich vor bis zu den Festungen an der Swine zu wandern, doch da waren die Füße dagegen und ich lief nur noch bis zum Bahnhof. Von hier ging es dann mit dem Zug zurück nach Heringsdorf.

An der Stelle des heutigen Swinemünde befanden sich bereits Ende des 12. Jahrhunderts eine Schutzburg und eine Fähre über die Swine. Die Schweden ließen die Swine nach dem Westfälischen Frieden 1648 versanden, um den Schiffsverkehr durch den Peenestrom an Wolgast vorbei leiten zu können. 1720 fiel es wieder an Preußen und Friedrich der Große ließ es zu einem Seehafen ausbauen. Um die Versandung zu stoppen wurden erst Molen und dann Kanäle gebaut. 1824 begann auch hier der Badebetrieb. Die Festungen an der Swine wurden Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet. 1933 wurde auf der kleinen Insel Karsibór (Kaseburg) ein U-Boot-Hafen gebaut. Ab 1958 wurde Swinemünde zu einen der bedeutendsten polnischen Seebäder.

Route bei komoot:
www.komoot.de/tour/112521448

Den Nachmittag und Abend verbrachte ich dann ganz gemütlich. Da inzwischen die Sonne verschwunden war, kamen mir schlafen, kochen, lesen und ein Besuch im Spa des Seetels ganz recht.

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Manu
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Manu

Sehr interessant!
Süße Spatzenmurmeln hast du fotografiert.
Die Brücke in Wolgast haben wir auch noch nie offen gesehen.