Kanaren-Kreuzfahrt Teil I

Nach dem aus meinem Wanderurlaub im September nix wurde, durfte ich Anfang Dezember meine Urlaubstage nachholen. Ich entschied mich für die Wärme und ein mäßig aktives Programm, da mein Fuß noch nicht voll belastbar ist. Die Wahl fiel auf eine Kreuzfahrt um die Kanaren mit Tuicruises.

Nach einer entspannten Zugfahrt verbrachte ich einen Tag bei meiner Familie in Berlin und am 5.12. ging es dann in die Wärme. Nach etwas Verwirrung über das Flugziel, wurden wetterbedingt alle Flieger und das Schiff von Madeira nach Gran Canaria umgeleitet, da ein Sturm den Flughafen in Funchal lahm legte.
Nun landete ich also Nachmittags auf Gran Canaria und wir wurden mit Bussen zum Schiff gebracht.

Gran Canaria entstand vor 14,5 Mio Jahren, ist etwa 1500 km2 groß und damit die drittgrößte Insel der Kanaren. Sie gehört zu Spanien, obwohl sie nur 200 km vor Marokko liegt, und hat 850.000 Einwohner. Die Kanaren sind vulkanischen Ursprungs. Die höchste Erhebung von Gran Canaria ist der Morro de la AgujereadaI mit 1956 m. Gran Canaria wird wegen seiner 14 Mikroklimazonen als Mikrokontinent bezeichnet. Dabei regnet es vor allem im Norden und im Süden ist es sehr trocken. Das gesamte Archipel wird als Inseln des ewigen Frühlings bezeichnet, da hier immer angenehme Temperaturen herrschen. Im Sommer liegen sie im Durchschnitt bei 25 °C und im Winter um 17°C.
Die Kanaren wurden vermutlich zu erst zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert besiedelt. Danach entwickelten sich bis zur Wiederentdeckung im 14. Jahrhundert völlig eigenständige Kulturen, da kein Kontakt zwischen den Inseln oder zum Festland bestand. Durch die spanischen und portugiesischen Invasoren wurde die ursprüngliche Kultur und Bevölkerung nahezu vernichtet, jedoch stammt heute etwa ein Drittel der Einwohner von den Altkanariern ab. Die Spanier brachten neben der Sprache auch eine neue Religion mit. Noch heute gehören die meisten zur römisch-katholischen Gemeinde. (Madeira gehört zu Portugal)
Von der Herkunft, dem Aussehen und dem Leben der Altkanarier weiß man leider nur wenig, es gibt aber viele Spekulationen.

Durch die ungeplante Umleitung konnten die letzten Gäste erst spät vom Schiff und ich genoss den ersten alkoholfreien Cocktail und den Blick über den Hafen, bis meine Kabine fertig war. Dann bezog ich meine vier Wände für die nächste Woche auf der „Mein Schiff “ und aß das erste leckere Abendessen. Später drehte ich noch eine Runde auf dem Schiff und sah mir die Abendshow mit vielen Disney-Songs an.

Mein Schiff Herz fährt seit März 2019 für TUICruises unter diesem Namen und hieß vorher Mein Schiff 2. Aktiv ist sie seit 1997 und fasst etwa 1900 Passagiere. Sie ist ca. 260m lang und 32 m breit und wurde in der Meyer Werft gebaut. 2022 wird sie verkauft.

Gran Canaria stand ursprünglich später auf dem Plan unserer Kreuzfahrt. Glücklicherweise konnte mein Ausflug vorverlegt werden, so dass ich am nächsten Morgen mit vielen anderen im Bus auf dem Weg in den Süden der Insel war. Unser Ziel waren die Dünen von Maspalomas (Dunas de Maspalomas). Diese 400 ha große Sanddüne war unglaublich faszinierend. Im Hintergrund sah man das Meer und lief über feinen, warmen Sand. Direkt daneben gibt es einen See, der eine wechselnde Salzkonzentration hat, da bei starken Regen die schmale Abgrenzung zum Meer zerbricht. Viele Tiere und Pflanzen haben sich an diese Bedingungen angepasst.

Die Dünen „Dunas de Maspalomas“ bestehen vor allem aus zerriebenen Muscheln und Korallen und erstrecken sich über 2 x 6 km. Die kleine Oase daneben, „La Charca“ bietet vielen Zugvögeln einen Rastplatz. Sie steht seit 1987 unter Naturschutz.

Danach ging es noch nach Mogán. Der Hafen entstand um 1980 und wird als „Klein-Venedig“ bezeichnet. Die kleinen Gassen mit den blumengeschmückten Balkonen waren ganz niedlich. Ich lief über den Wochenmarkt, kostete Kanarische Teigtaschen mit Obst und natürlich zog es mich zum Strand. Zum Baden fehlte die Zeit, aber immerhin mit den Füßen stand ich im erstaunlich warmen Atlantik. Einige Straßenkünstler begeisterten die Kinder mit vielen, vielen Seifenblasen und ich versuchte sie mit der Kamera zu erwischen. Dann ging es auch schon zurück zum Schiff, zur beliebten Seenotrettungsübung und zum Abendprogramm.

Route bei komoot:
Dünen von Maspalomas und Mogán

In der Willkommensshow lernten wir unseren Kapitän und seine, ausschließlich männlichen, obersten Offiziere kennen.

Inzwischen hatten wir auch abgelegt und so viel ich später in mein, inzwischen sanft schaukelndes, Bett.

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Manu
Manu
9 Monate her

Sehr interessante Informationen und tolle Fotos.

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