Kurzurlaub auf Hiddensee

Mit meiner Sehnenscheidenentzündung bin ich erst mal eingeschränkt, aber nach 2 Wochen Krankschreibung machte ich jetzt zwei Tage Urlaub auf Hiddensee. Am 3.10. setzte ich, wie vielen anderen Urlauber, mit der Fähre von Schaprode nach Vitte über.

Nach etwa 45 Minuten ruhiger Fahrt kamen wir im Hafen von Vitte an und ich lief zu meiner Unterkunft für die nächsten 2 Nächte: Hotel Godewind.
Ich brachte mein Gepäck ins Zimmer und drehte danach eine kleine Runde durch das Örtchen. Dabei stattete ich natürlich dem Strand einen Besuch ab und genoss leckeren Kuchen im Cafe Seepferdchen. Das Wetter war grau und kühl, aber es blieb trocken.
Abends aß ich im Hotel, bestaunte das koordinierte Gewusel und freute mich über das gute Essen.

„Dat söte Länneken“, also „Das süße Ländchen“ nennen die Einwohner von Hiddensee ihre knapp 19 km2 große Insel vor Rügen. Hier läuft alles etwas ruhiger. Es gibt keinen privaten Autoverkehr und alles wird mit Handwagen, Fahrrad oder Kutsche erledigt. Die Landschaft ist geprägt von Wind und Meer und der lange Strand an der Westküste zieht viele Sonnenhungrige an. Die Form der Insel ändert sich dauernd durch Landab- und Landaufspülungen.

Am Freitag strahlte schon bald die Sonne vom Himmel und ich zog los. Ich lieh mir ein Fahrrad (6€ für 24h) und fuhr Richtung Süden. Gegenüber der Dünenheide zwischen Vitte und Neuendorf befindet sich eine Feuchtwiese. Hier standen viele Kraniche und Wildgänse und legten eine Pause auf Ihrem Flug nach Süden ein. Ich blieb lange dort sitzen und beobachtete die imposanten Vögel. (Wenn ich Zugvögel sehe, fällt mir immer dieser Refrain ein, keine Ahnung, warum 😉 )
Danach fuhr ich zur Fährinsel. Die ist seit 1910 ein Vogelschutzgebiet und darf nicht mehr betreten werden. Sie ist ein wichtiges Gebiet für viele geschützte Pflanzen und Tiere. An der ehemaligen Anlegestelle hatte ich einen guten Blick zum Leuchtturm Dornbusch und wurde von Kranichen überflogen.
Ich radelte weiter nach Neuendorf und dann bis kurz vor den Leuchtturm Gellen. Ich legte immer wieder Pausen ein und beobachtete Schafe und Kühe. Die Schafe sind wichtige Landschaftspfleger für die Region. Sie ziehen mit Schäfer und Hunden über die Insel und verhindern ein Zuwachsen der Heiden und Wiesen.
Etwa 1 km vorm Leuchtturm war für mich Schluss. Der Weg war zu unwegsam fürs Fahrrad und zum Laufen war es für mich zu weit. Dafür genoss ich am Strand die Sonne und steckte die Füße in die Ostsee. 🙂
Am Neuendorfer Hafen futterte ich ein Fischbrötchen und dann ging es gemütlich zurück nach Vitte.

Route bei komoot:
www.komoot.de/tour/97785402

Abends gab es dann meine dritte Fischmahlzeit im Hafenkater. Diesmal draußen, mit Blick auf den Hafen, da es drin brechend voll war. Das war ganz schön und lecker. Zu Hause kann ich auch Fisch esse, aber irgendwie reizt es mich mehr, wenn ich die Ostsee vor Augen habe.

Am nächsten Morgen schlenderte ich noch etwas durch Vitte und kehrte bei Tante Hedwig ein, bis ich mit der Fähre die Insel verließ. Auch jetzt schien die Sonne, obwohl Regen vorhergesagt wurde. Ich hatte wirklich Glück mit dem Wetter.
Zurück in Schaprode stolperte ich quasi in den Fisch & Wollmarkt hinein. Hier präsentieren regionale Produzenten ihre Ware und informieren über ihr Handwerk.

So ging der Kurzurlaub mit kuscheligen Pommernschafen und maritimer Musik zu Ende.

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Manu

Wunderschöne Fotos und die Gänse und Kraniche sind der Hammer!
Fisch ist immer gut und woanders immer leckerer