Sonne, Sand und Steine im Süden

Ein sonniger Sonntag am südlichsten Strand mit vielen Steinen und „rauer“ See! 😉

Nach einem grauen Samstag zog es mich am Sonntag an das südlichste Ende der Insel, auf die Halbinsel Zudar.

Wer hier ist, will wirklich hier her. Hier kommt keiner mal eben per Zufall vorbei und wer an den südlichsten Strand der Insel will, sollte nicht zu ängstlich in Bezug auf das Auto sein. Die Straße in den Süden ist ab dem Örtchen Maltzien uneben bis abenteuerlich.
Der Weg lohnt sich aber! Nicht nur die Kitesurfer kommen voll auf ihre Kosten, auch Steinesammler und Naturliebhaber dürften sich hier wohl fühlen.

Die Halbinsel Zudar wirkt fast unberührt und ist definitiv nicht so überlaufen, wie die Seebäder. Die meisten sehen die Halbinsel leider nur, wenn sie zur Glewitzer Fähre fahren oder von dieser kommen. Der Strand hier im Süden ist meist sehr schmal und der Wind recht stark, aber es ist ruhig und herrlich. Die Surfer und Kitesurfer lieben den Wind und so konnte ich heute auch einige bei ihren Übungen beobachten. Außerdem findet man hier viele Steine und mit etwas Glück, wie ich heute, auch Donnerkeile und Hühnergötter.

Parken kann man hier an mehreren Orten. An meinem Startpunkt, am Zugang zum Palmer Ort und auch am östlichen Ende meiner Route ist etwas Platz.

Ich folgte am Anfang dem Wanderweg nach Westen und stattete den zwei Leuchtfeuern einen Besuch ab. Leider sind beide gerade eingerüstet.
Der Weg führt am Dünenwald entlang. Der schützt vor dem Wind.
Danach ging ich ein Stück am Strand entlang, folgte dann aber dem Naturlehrpfad zum Palmer Ort, dem südlichsten Punkt der Insel Rügen.
Der Naturlehrpfad ist eine schöne Idee und ganz hübsch gemacht, aber der Frühjahresputz war wohl noch nicht da.

Angekommen am südlichsten Zipfel der Insel begrüßte mich vor allem ein heftiger Wind. Ansonsten hat man hier einen herrlichen Blick über den Greifswalder Bodden hinüber zum östlichen Teil von Rügen und über den Strelasund Richtung Festland.
Auf meinem Weg nach Osten lief ich teils am Strand und teils oberhalb der Düne entlang. Dabei begegnete ich nur wenigen Menschen, dafür umso mehr Möwen.
Am Wegesrand erkennt der Fachmann/die Fachfrau eine kleine Endmoräne, die wohl die meterhohen Eisberge im Winter 1995/1996 hinterlassen haben.
Andere können sich hier beim Steinesammeln austoben. Eigentlich nehme ich von jedem Strand immer nur ein Stück mit, diesmal konnte ich aber nicht anders und nahm ein paar mehr Exemplare mit. Ich fand sogar einen Hühnergott und einen Donnerkeil. Beides sind typische Strandfunde auf Rügen, nach denen vor allem Touristen suchen.
Als ich an den Kitsurfern vorbei war, musste ich am Strand entlang laufen. Der Weg bis zum gelben Ufer ist zwar nicht weit, aber im Sand laufen ist anstrengend.
Wer diesen Weg hier geht, sollte sich darauf einstellen, dass auch mal die Füße bzw. Schuhe nass werden.

Das gelbe Ufer ist eine „kleine“ Steilküste, die aus ockerfarbenen Sanden und Lehmen besteht und immerhin teilweise 15 m hoch ist. Ein Produkt der letzten Eiszeit und sehr beeindruckend. Doch auch hier sieht man die Einflüsse von Wind und Wetter. Die Küste bröckelt.

Nach einem Besuch beim „Findling Halbinsel Zudar“ verließ ich den Strand. Der Findling, mit immerhin 14 m³, liegt imposant am Strand und bräuchte eigentlich dringend einen guten Namen. 😉

Zurück zum Örtchen Grabow lief ich den Feldweg entlang. Hier fegte der Wind nicht ganz so stark und es war auch wesentlich leiser. Rechts vom Weg blühten schon die ersten Rapspflanzen auf dem Feld.
Zwischen Grabow und dem Strand stehen mehrere leere Gebäude, die langsam verfallen. Es ist schon schade, die löchrigen Reetdächer zu sehen, auch wenn es schöne Fotomotive sind.

Als ich wieder am Auto ankam, waren auch die Surfer schon fast fertig mit dem Einpacken und der Strand war menschenleer. Ein schöner Anblick an diesem sonnigen Sonntagabend.

Link zur Route bei komoot:
www.komoot.de/tour/16078871

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Manu
Manu
3 Jahre her

Ein schönes Fleckchen Rügen und wunderschöne Fotos. Der Hühnergott ist preisverdächtig. 🙂

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