Schorfheide – Da steht ein Elch!

Mein Urlaub hat angefangen und ich verbringe mal wieder ein bisschen Zeit in und um Berlin, bevor es in die Ferne geht. Gestern zog es mich in die Schorfheide zum dortigen Wildpark.

Bei strahlendem Sonnenschein spazierte ich durch den fast leeren Park. Die Gehege sind sehr großzügig angelegt und beherbergen nur Tiere, die hier leben oder lebten. Einige versteckten sich so gut, dass ich sie nur mit viel Mühe entdecken konnte.

Bei den Schaufütterungen bei den Luchsen und den Fischottern waren auch nicht viele Besucher dabei, bei den Luchsen war ich sogar allein. Die zwei Tierpflegerinnen erzählten aber trotzdem, mit Charme und Spaß, viele interessante Dinge über die Tiere. Und da sie gerade gegenüber von den Luchsen standen, wurden auch die drei Elche begrüßt. Der Elchbulle verzog sich schnell wieder und tauchte später sogar im Schilf unter, die Elchkuh blieb aber einen Moment mit ihrem Kalb bei uns. So konnten wir diese imposanten Tiere (Schulterhöhe bis 2,30 m) bestaunen.

Elche können ihre Nasenlöcher verschließen und tauchen dann bis zu
6 m tief! Warum? Weil sie es können 😉 und weil sie Wasserpflanzen lieben. Die scheinen lecker zu sein und decken den Salzbedarf der großen Tiere.

Auffällig bei den Luchsen war heute vor allem ihre schlanke Gestalt. Offensichtlich bin ich bisher vor allem Luchsen mit Winterfell „begegnet“. Die sahen fluffiger aus. Trotzdem sind sie unglaublich schön.

Luchse können hervorragend springen und sprinten. Ausdauernd sind sie aber nicht. Erreichen sie ihre Beute nicht innerhalb von 20 Metern, brechen sie die Jagd ab. Ein Luchs braucht etwa ein Reh pro Woche, um gut über die Runden zu kommen. In Deutschland sind die scheuen Tiere inzwischen auch wieder zu Hause (v.a. im Harz und im Bayrischen Wald).

Nach dem Besuch bei den Luchsen ging es zu den Fischottern. Die kleinen quirligen Gesellen freuten sich schon sehr auf ihr Futter. Sie wuselten durch die Anlagen und schnappten nach Fisch und Co.

Fischotter heißen wohl nur so, weil Mönche sie als Fische klassifizieren wollten, um den Fleischverzicht zur Fastenzeit zu umgehen. Sie bewegen sich fast wie Fische, leben im Wasser und Fische waren erlaubt.

Ich besuchte dann noch die anderen Tiere im Park und versuchte sie mit der Kamera zu erwischen. Vielen war es aber definitiv zu warm. Sie verkrochen sich in den Schatten oder dösten in der Sonne. Die Wölfe hoben immer nur mal ganz kurz den Kopf und träumten selig.

Der Wildpark wurde 1996 gegründet und hat eine Fläche von etwa 100 Hektar. Durch den Park führt ein 7 km langes Wegenetz. Neben den vielen Tieren gibt es auch einen Spielplatz und viele Veranstaltungen. Die Eintrittspreise liegen momentan bei 8 € bzw. 5,50 €

Die Schorfheide ist ein großes zusammenhängendes Waldgebiet in Brandenburg. Es gehört seit 1990 zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Die erste Nutzung der Wälder war wohl als Hutewald für Rinder und Schafe, später war die Schorfheide ein beliebtes Jagdgebiet für Könige und Staatsoberhäupter.

Zum Abschluss aß ich im Restaurant noch eine Wildbratwurst und machte mich dann wieder auf den Weg.

 

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Manu
Manu
2 Jahre her

Wow, tolle Fotos

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