Wochenende in und um Schwerin

Das erste Januar-Wochenende verbrachte ich mit meiner Familie in und um Schwerin. Wir quartierten uns im Hotel Lewitz Mühle ein und verbrachten viel Zeit draußen in der Natur.

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Samstag, eroberten wir das „Siebendörfer Moor“. Hier lagen auf einem 6 km langen Rundweg 20 Caches. Die konnten wir fast alle finden und ich kletterte sogar auf einen Baum, um eine der begehrten Dosen zu ergreifen. Dabei genossen wir die Ruhe und erkundeten die Landschaft.
Besonders überrascht hatte uns eine riesige Gruppe Gänse, die sich hier die Bäuche voll futterten.

Der Niedermoorkomplex „Siebendörfer Moor“ ist fast 600 ha groß und liegt im Südwesten von Schwerin. Das Moor entstand durch Verlandung eines flachen, inselreichen Grundmoränensees und wird von Grundwasser durchströmt.
Der Wald im Inneren wurde frühzeitig gerodet, jetzt findet man hier wieder ein kleines Waldstück. Ab 1932 wurde das Moor entwässert.
Inzwischen wird an der „Revitalisierung“ gearbeitet. Die Wiesen werden von Rindern und Schafen als Weide genutzt. Da wo früher Torf gestochen wurde, haben sich Seen gebildet. Das Moor ist nun Heimat und Rastplast für viele Vogelarten (mehr als 98) und bietet auch gefährdeten Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause.
Der Name „Siebendörfer Moor“ leitet sich von den sieben angrenzenden, alten Dörfern ab: Pampow, Stralendorf, Groß und Klein Rogahn, Görries, Krebsförden, Wüstmark.

Zum Aufwärmen gab es Kaffee und Kuchen im Café Bernstein.

Route bei komoot, mal wieder bei meiner Mama:
www.komoot.de/tour/26004652

Danach fuhren wir noch zum Schloss Wiligrad am Schweriner Außensee. Wir drehten eine kleine Runde durch den Schlosspark und durch die Kunstausstellung im Inneren. Dabei bekamen wir auch einen Eindruck von der beeindruckenden Architektur. Leider sieht man nur wenige Räume.
Dann war der erste Tag schon so gut wie vorbei.

Namentlich und architektonisch bezieht sich das Schloss Wiligrad auf die Stammburg des Hauses Mecklenburg. Wiligrad ist das slawische Wort für „große Burg“ und war einer der Namen der Mecklenburg im gleichnamigen Dorf nahe Wismar.
Das Schloss und der Park wurden um 1900 im Auftrag des Herzogs Johann Albrecht erbaut bzw. angelegt. Der Architekt war Albrecht Haupt, der auch am Wiederaufbau von Schloss Basedow beteiligt war. Dort waren wir im Oktober und eine gewisse Ähnlichkeit ist erkennbar.
Das Schloss blieb bis zum Ende des 2. Weltkrieges im Besitz der Herzogsfamilie. Nach dem Krieg wurde es als Lazarett, Landesparteischule der SED und Volkspolizeischule genutzt. Seit der Wende hat das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern hier seinen Sitz und der Kunstverein Wiligrad zeigt aktuelle Kunst.

Route bei komoot bei meiner Mama:
www.komoot.de/tour/26015586

Am Sonntag frühstückten wir wieder in Ruhe und packten dann unsere Sachen zusammen. Danach stand Schwerin auf dem Programm. Wir spazierten durch die Innenstadt und um das Schloss herum. Die Sonne strahlte und zauberte uns so einen tollen Wintertag.
Zwischendurch gab es einen Kaffee im Café Rothe und schließlich ließen wir uns im Restaurant Lukas mit extrem leckerem Fisch verwöhnen.
Als Abschluss besuchten wir noch den Schweriner Dom und dann ging es wieder zurück nach Hause.

Der Schweriner Dom St. Marien und St. Johannis gehört zu den Hauptwerken der Backsteingotik. Mit der Marienkirche in Lübeck und der Nikolaikirche in Stralsund gehört er zu den frühesten Bauten dieser Architektur. Er ist die einzige echte Kathedrale in Mecklenburg-Vorpommern.
Nach dem bereits 1171 ein romanischer Dom an gleicher Stelle geweiht wurde, begannen 1270 die Bauten am neuen, gotischen Dom. Der neue Dom ist viel größer, als der alte und wurde 1416 fertig gestellt. Der heutige Turm wurde 1889 bis 1893 neu erbaut. Der Dom war teilweise bemalt, davon ist leider nur noch wenig übrig. Doch die Medaillons in der Mariae-Himmelfahrt-Kapelle wurden teilweise wieder freigelegt und zeigen biblische Szenen.
Ich bin immer fasziniert von den Orgeln in einer Kirche, diese hier wurde 1868 gebaut und ist wirklich imposant.

Das Schweriner Schloss war jahrhundertelang die Residenz der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge und ist heute Sitz des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern. Es ist ein historisch gewachsenes Bauwerk und seine ringförmige Gestalt geht auf eine Wallanlage einer slawischen Burg zurück, die um 965 errichtet wurde. Das heutige Schloss entstand durch einen tiefgreifenden Um- und Neubau des alten Schlosses in den Jahren 1845 bis 1857.

So ging ein wirklich schönes Wochenende zu Ende.

„Route“ durch Schwerin mit noch mehr Fotos bei meiner Mama (komoot):
www.komoot.de/tour/26128890

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Manu

Das war ein wirklich schönes Wochenende, auch wenn es am Samstag zwischendurch feucht wurde.
Das Siebendörfer Moor ist wirklich sehr schön und interessant und Schwerin ist immer eine Reise wert. Wenn man vorher etwas sucht, findet man auch in der Umgebung sehr interessante „Ecken“, die man noch nie oder nicht so bewusst gesehen hat.